Concerts
Contact
Impressum
Sitemap
Home
Vita
Concerts
Press
Tuition
Contact
 
Zuletzt aktualisiert am: 30.09.2007
 

Gitarrist Guido Duclos spielte im Heilbronner Schießhaus

Beschwörung mit neuen Formeln

Von Tohamy Bustani

Wenn die Saiten ins Schwingen kommen, der Fuß und die Finger klopfend den Kontrapunkt dazu setzen, wenn eine Stimme aus Baßtönen zu uns spricht und deren Gesang von geheimnisvollen Akkorden begleitet wird, indes der Rhythmus seine Figur durch immer wieder neue Kostümierung variiert, wenn sich solche musikalischen Momente zu einem Ganzen fügen, dann ist der Flamenco unter uns.

Weil aber der Flamenco in der vollkommensten Form dem Bild eines Triptychons gleichen soll, dessen Zentrum der Tanz ist, flankiert von Gitarre und Gesang, ertappt man sich des öfteren dabei, nach der Türe zu schielen, um sogleich die erwarteten Tänzer und Sänger zu begrüßen ... aber Guido Duclos, Deutschkatalane, ist Sologitarrist, die Tür bleibt zu und er allein auf der Bühne.

Soll man also nach den Vertretern der beiden anderen Elemente des Flamenco in Duclos' Spiel suchen? Soll man den Tanz etwa in seinen flinken Fingerbewegungen auf dem Griffbrett sehen, den Gesang im rauchigen Klang seiner Baßmelodien hören? Nein, um Duclos' Spiel zu verstehen, muß man sich gegen alle Traditionalismen stellen.
 
Flamenco auf die Gitarre reduziert, beginnt, eine neue Form zu werden. Aus der einsilbigen Begleitgitarre, stark perkussiv geprägt, entsteht ein feingliedriges Gewächs mit Trieben zur Polyphonie, mit Blüten von harmonischer Weite, die durch die Wurzeln der Tradition genährt werden.

Duclos, eher schwerblütig, geht über ein gewisses Tempo nicht einmal bei den Bulerias und den Alegrias hinaus. Er ist nicht der kühne Virtuose wie Paco Peña oder Manolo Sanlucar. Seine Rolle, die er im Flamenco spielt, ist eher die des Grüblers. Das klassische Motiv der Soleares veredelt er durch kaum hörbare Melismen, seine Rasgueados sind schlank, weniger mitreißend als nachdenklich.

Von Mario Escudero spielt er als erstes eine durchkomponierte Granadinas, ausladend, mit komplexen Strukturen. In diesem Sinne ist sein ganzes Programm. Die traditionelle Flamencoform des Gitarrenspiels zwischen Thema und Falseta (Falseta - Variation) weicht zugunsten eines durchkomponierten Ganzen.

Die etwa 90 Gäste des Schießhauses erlebten zwar kein Flamencofeuerwerk, aber einen interessanten Einblick der neueren Wege andalusischer Zigeunermusik.

Heilbronner Stimme vom 23.01.1991
   
 
Critics
 

"In einer sehr klaren Weise spielte er auf seinem Instrument derart virtuos, dass man seine Umgebung völlig vergaß und nur in der Musik lebte."
Wetterauer Zeitung vom 27.06.2001
mehr

"Vor allem aber fasziniert Duclos durch sein kraftvolles und von starker, nach innen gekehrter Emotion getragenes Spiel."
AZ Bad Kreuznach vom 19.12.1994
mehr

"... um Duclos' Spiel zu verstehen, muß man sich gegen alle Traditionalismen stellen".
Heilbronner Stimme vom 23.01.1991
mehr